30.09.2010
10:04

Was sind eigentlich Aktien?

Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil an einer Aktiengesellschaft (AG) verbriefen. Aktien können einerseits an einer Wertpapierbörse gehandelt werden, doch sie können auch genauso  nicht an einer Wertpapierbörse gehandelt werden – demnach ist die Börsenotierung keine Voraussetzung für die Gründung einer AG.

Genaueres zu Ihren Rechten als Aktionär, zu den Arten von Aktien und dem Sinn einer Veranlagung in Aktien erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen:

 

 

Ihre Rechte als Aktionär

 

  • Als Aktionär sind Sie am Grundkapital der AG beteiligt. Damit haben Sie ein Recht auf einen Anteil am Bilanzgewinn (je nach Höhe Ihrer Beteiligung). Ausbezahlt wird der Gewinnanteil in Form einer jährlichen Dividende, deren Höhe jährlich von der Hauptversammlung beschlossen wird.
  • Außerdem haben Sie als Aktionär in der Regel jederzeit das Recht, Ihre Aktien zum aktuellen Kurs zu verkaufen.
  • Darüber hinaus sind Sie in der Regel stimmberechtigt bei der jährlichen Hauptversammlung (ebenfalls in Relation zu Ihrer Beteiligung).
  • Neben dem Stimmrecht haben Aktionäre auch ein Auskunftsrecht auf der jährlichen Hauptversammlung.
  • Weiters haben bestehende Aktionäre ein vorzugsweises Recht zum Bezug neu ausgegebener (junger) Aktien. Bei Nichtausübung des Bezugsrechtes erhalten Sie eine geldmäßige Entschädigung.

 

 

Arten von Aktien

 

Unterschiede nach Unternehmensanteil:

  • Nennwertaktien: Bei dieser Form von Aktien entspricht der Nennwert der Aktie dem Anteil am Grundkapital der AG. Der Nennwert muss nicht auf alle Aktien gleich verteilt sein.
  • Stückaktien: Diese haben keinen eigenen Nennwert. Jede Aktie verbrieft deshalb denselben Anteil an der AG. Bei 100 ausgegebenen Aktien ist der Anteil einer Aktie genau ein Prozent vom Grundkapital.

 

Unterschiede nach Stimmrecht:

  • Stammaktien: Bei den Stammaktien haben die Aktionäre ein Stimmrecht bei der jährlichen Hauptversammlung.
  • Vorzugsaktien: Vorzugsaktien haben meist kein Stimmrecht. Dafür wird zumeist eine höhere Dividende als Ausgleich gewährt.

 

Unterschiede nach Übertragbarkeit:

  • Inhaberaktien: Inhaberaktien sind frei übertragbar.
  • Namensaktien: Bei Namensaktien ist der jeweilige Aktionär im Unternehmensbuch verzeichnet. Bei so genannten vinkulierten Namensaktien muss sogar die Gesellschaft der Übertragung von Aktien an einen anderen Aktionär zustimmen.

 

 

Der Sinn von Aktien

 

Durch die Ausgabe von Aktien möchten sich Aktiengesellschaften frisches Eigenkapital holen. Dies kann sowohl an der Börse als auch außerhalb der Börse geschehen. Aktiengesellschaften müssen wie bereits erwähnt nicht unbedingt an einer Wertpapierbörse notieren.

 

Als Anleger sind Aktien vor allem aufgrund ihres hohen Renditepotentials interessant. Allerdings weisen sie wiederum natürlich ein höheres Risiko auf als die meisten anderen Wertpapierarten – zumindest dann, wenn man die Sache nur kurzfristig betrachtet. Analysiert man aber die Renditen von Aktien langfristig, dann reduziert sich dieses Risiko von Jahr zu Jahr. Als Sachwert schützen diese nämlich langfristig vor einer Geldentwertung durch die Inflation – eine Eigenschaft, die Anleihen oder das gute alte Sparbuch nicht aufweisen.

 

Zu beachten ist jedoch, dass sich diese Risiko reduzierende Eigenschaft durch eine langfristige Anlage in Aktien nur durch eine breite Streuung auswirken kann. Wird in eine einzelne Aktie veranlagt, dann kann dieses Unternehmen natürlich insolvent werden, wodurch im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust des eingesetzten Vermögens möglich ist.

 

Beachten Sie bei der Veranlagung in Aktien auch, dass sich die Rendite nicht nur aus dem Kurswert zusammensetzt. Laut zahlreicher Statistiken ist nämlich erwiesen, dass die jährlich ausbezahlte Dividende (als ausbezahlter Anteil vom Gewinn) in der Regel rund 40 Prozent der langfristigen Rendite ausmacht!

 

 

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Über den Autor

 

Mag. (FH) Martin Grünstäudl betreibt auf www.gruendungswissen.at auch einen Blog zum Thema Unternehmensgründung in Österreich. Gründer und Jungunternehmer erhalten dort Informationen zu den Themen Businessplanerstellung, Franchising, Betriebsübernahme, Gründungsfinanzierung, Gewerbeanmeldung, Anmeldung beim Finanzamt und bei der Sozialversicherung, Förderungen für Existenzgründer, Neukundengewinnung und natürlich zur Organisation des Rechnungswesens. Der Blog wird werktags täglich aktualisiert!

 

 

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